Vom Leben und Zauber der Walnuss

Facettenreich mit Feenglanz und Waldteufel…

Gerade in der Vorweihnachtszeit haben die Walnüsse Hochkonjunktur. Ob im Naschzeug, herzhaften Walnussbrot oder einfach als Dekoration. Aber die Nuss kann noch viel mehr. Und dabei sind Walnüsse eigentlich gar keine Nüsse. Sie gehören vielmehr zu den Steinfrüchten wie auch Pflaumen, Kirschen und versichern.

Der Echte Walnussbaum (Juglans regio)

Mit seinen 20-30 Metern bildet sie oft eine ausladende Krone, mit bis zu 25 cm langen Blättern und ist ein typischer Haus und Hofbaum. Der echte Walnussbaum kann bis zu 400 Jahre alt werden und zeigt anfangs eine glatte, später eine tiefrissige graue dunkle Rinde. Da der Baum häufig in Gallien angepflanzt wurde, und von dort aus auch nach Deutschland kam, nannte man ihn bei uns  Nux gallico, woraus dann das wahlische Nuz im 14. Jahrhundert wurde. Auch Welschnuß ist bekannt, später Walnot und schließlich Walnuss. Der lateinischer Gattungsname Juglans ist aus Jovis glans – Eichel des Jupiter – abgeleitet.

Sie übt uns Geduld und beschenkt uns reich.

Erst nach blüht 15 bis 20 Jahren das erste Mal und dennoch steht sie für Fruchtbarkeit und dem Leben. An einem 25 m hohen Walnussbaum hängen ca 10.000 Walnüsse. Da haben die Eichhörnchen und Vögel einiges zu tun. Die Walnuss bietet so auch in den Winter hinein eine sicher Futterquelle.

Die Früchte sind außen von einer fleißigen grünen Haut umgeben, der eigentliche Fruchtkern ist noch von einer holzigen Schale und zweit Häuten eingeschlossen. Früher sah man darin das Sinnbild des Lebens, der Fortpflanzung und der Unsterblichkeit. Die Römer streuten sie oft bei Hochzeiten und wollten damit auf die potenzsteigernde Wirkung anspielen, die den Nüssen nachgesagt wird. Oft wurden sie auch den Göttern z.B. Donar geopfert oder als Beigabe für die Unsterblichkeit den Toten beigelegt.

Was die Wallnuss kann…Walnus

Wie so oft zeigt auch hier die Natur uns ganz genau für was Sie uns unterstützen kann. Und wenn wir uns eine Walnuss Frucht anschauen, entdecken wir mit ein bisschen Fantasie die Form eines Gehirns. Und nicht umsonst gelten Walnüsse als Nervennahrung und Gehirnfutter. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die enthaltenen Inhaltsstoffe vielerlei positive Effekte auf unseren Körper haben. So soll z.B. ein Teelöffel Walnussöl oder 9 Nüsse am Tag unseren Blutdruck senken und allgemein gegen Stress schützen. Auch die enthaltenen Polyphenole schützen unseren Körper vor oxidativen Stress. Mittlerweile zeigen Studien dass Walnüsse den Verlauf degenerative Hirnerkrankungen positiv beeinflussen, verlangsamen oder sogar aufhalten können. Aber nicht nur die Kerne können uns unterstützen, auch eine äußerliche Anwendung in Form von Bädern, Spülungen und Umschlägen mittels der Blätter haben sich als sehr wirkungsvoll bei Hautproblemen gezeigt. Auch ein Tee kann aus Walnussblättern hergestellt werden. Dazu verwendet man 2 Teelöffel fein geschnittene Walnussblätter, welche mit ein viertel Liter kaltem Wasser übergossen und zum Sieden gebracht werden. Nach drei bis fünf Minuten kann abgeseiht werden und der Tee ist gebrauchsfertig. Unterstützung bietet er dann z.B. bei entzündeten Schleimhäuten in Mund-, Magen- oder Darmbereich.

In alten Zeiten wurden Wallnüsse von den Germanen gerne zwischen Haus und Misthaufen gepflanzt. Ihre Blätter sollen die Eigenschaften haben Insekten fernzuhalten. Und so legte man gerne auch im Sommer gepflückte Blätter in den Schrank, als Abwehr gegen Fliegen, Flöhe und Motten.

Ein Baum mit mehreren Seelen
Lebensbaum…

Aber nicht nur für Fruchtbarkeit stand die Walnuss. Nein auch für Schaden und in einigen Gebieten wurden Hexen mit ihr in Verbindung gebracht. Viele unterschiedliche Zauberkräfte und Bedeutungen wurden ihr im Laufe der Zeit zugemessen. Weil die Deutschen sie als Lebensbaum sahen, pflanzte man Walnussbaume gerne bei der Geburt. Auch Goethe berichtete über diesen Brauch.

… und Zauberbaum

In südlichen Ländern wird sie als Hexenbaum oder Waldteufelbaum bezeichnet. Östlich von Nepal steht ein berüchtigter Nussbaum, unter denen sich all die Hexen der Umgebung versammelt haben sollen. Aufzeichnungen darüber finden wir unter anderen bei den Gebrüder Grimm. Im Schatten der Bäume soll so einiges seltsames geschehen sein.

hier treiben Feen ihr Unwesen…

Und tatsächlich wächst neben einem Walnussbaum kein anderer Baum. Dies hat mit seiner besonderen chemischen Zusammensetzungen zu tun, die der Baum ausdünstet und es so ermöglicht jegliche Konkurrenz auszustechen. Die Gallier glaubten, dass unfreundliche Feenwesen unter den Walnussbäumen wohnen müssten, da ja schließlich nur Gras und Moos unter ihnen wachsen kann.

Schutzbringend…

Aber nicht nur Schlechtes wurde ihm zugeteilt. So sagt man, lege man Nussbaumscheide auf den Herd, könne man Sommergewitter vertreiben. Wer eine Walnuss bei sich trägt, ist vor dem „Bösen Blick“ geschützt und vor Anfeindungen des Teufels sicher. Und auch an Türen und Fenstern gesteckte Zweige halten Unheil fern.

Was sagt die Zukunft…

Als Orakel dienen die schmackhaften Kerne ebenfalls. So kann man zu Neujahr 12 Walnüsse essen. Sind alle genießbar spricht es dafür, das 12 guten Monate folgen. Ist eine oder mehrere Schlecht, werden diese Monate wohlmöglich eine Herausforderung.

Wunschzauber…

In der Walnuss zeigt sich eine außerordentliche Vielfältigkeit. Und so verwundert es nicht, das man magisch die Walnuss gerne benutzt hat. Walnüsse werden schon seit jeher mit Wunschzaubern in Verbindung gebracht. Hierbei dienen die Walnüsse als „energetischer Umschlag“ für den Wunsch oder können auch als Dankgabe übergeben werden. Benötigt wird dazu nur ein Stück Papier, ein Stift und natürlich eine Walnuss. Alternativ kann auch ein Gegenstand der den Wunsch symbolisiert benutzt werden z.B. eine Münze für finanzielle Fülle oder ein Herz für Liebe verwendet werden. Zuerst visualisiert man dazu den Wünsch, spürt sich in ihn hinein und schreibt ihn anschließend auf einen Zettel. Dabei schreibt man den Wunsch so, als sei er bereits in Erfüllung gegangen. Anschließend kann die Nuss noch mit einen Faden zugebunden oder auch so der Erde als Saat übergeben werden. Der Zauber ist besonders für anziehende Wünsche geeignet, weil wir ja einen Keim in die Erde setzen, der wachsen soll. Das bedeutet also für Wünsche, mit dem man Dinge erreichen, besitzen oder verbessern möchten.

Alternativ eignen sich auch Wunschkerzen, gefüllt mit Wachs und mit dem Feuer Loszulassen oder kleine Wunschboote auf einem fliesenden Gewässer um Dinge ins Laufen zu bringen.

Wetterbote…

Auch auf Witterungsverläufe scheint der Walnussbaum in der Lage zu sein Auskunft zu geben. Viele Nüsse im Herbst ließen auf einen frühen und strengen Winter schließen. Dies lässt sich aber auch an Eicheln, Buchen und Haselsträuchern ablesen. Ein weiterer Brauch war es zu Weihnachten vor der Frühmesse 4 mit Wasser gefüllte Walnussschalen aufzustellen. Jede stand für eine Jahreszeit und je nach dem verdunsteten Wassermengen konnte man Schlüsse über die Verteilung der Regenmengen in dem Jahr deuten.

Mich fasziniert die Vielfältigkeit des Baumes und daher darf auch der Mensch im Ganzen nicht fehlen und ich schließe mit dem  Baumhoroskop der Kelten ab.

Das keltische Baumhoroskop
21.04. – 30.04. und  24.10 – 11.11.

Walnuss geborene haben einen Charakter voller Kontraste. Auf der einen Seite vielleicht etwas egoistisch, aggressiv oder auch unnachgiebig, zeigen sie sich gleichzeitig edel um mit einem weitem geistigen Horizont. Sie sind unerwartet und spontan und  zeigen sich vor Ehrgeiz grenzenlos, geht den Dingen gerne auf den Grund. Versprechen werden zuverlässig gehalten.  Ein Nussbaum bleibt sich immer treu und oft fehlt ihm die Flexibilität. So macht es einem die Partnerschaft zu einem Nussbaum nicht einfach und ihn nicht immer beliebt. Dennoch wird er oft bewundert und erfreut sich großer Autorität. Selten nimmt er sich Pausen oder gibt sie anderen. Beruflich zeigt er sich stets zielstrebig und fleißig, in Gefühltsangelegenheiten leidenschaftlich aber auch schnell eifersüchtig. Der Umgang mit Walnussgeborenen bringt viele Überraschungen. Man riskiert viel , bekommt viel Gutes aber unter anderem auch mal schlechtes zurück.

Wenn du noch mehr über das Baumvermächtnis und wie Bäume uns auf ihre einzigartige Art und weiße unterstützen können, erfahren möchtest, dann schau doch auch einmal hier 

 

Bild von pixabay.com/Pat_Scrap, pixabay.com/Ulrike Leone, pixabay.com/NickyPe

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