Der Zauber der Eberesche

Die Eberesche und ihr Zauber…

Gerade stehen sie leuchtend rot auf Feld und Flur. Oft als giftig verschrien, möchte ich heute ein wenig über die Eberesche berichten und die ein oder andere Bedeutung näher bringen.

Ebereschen sind besser vielleicht auch als Vogelbeeren bekannt. In meiner Kindheit hieß es immer sie sein giftig und man darf sie nicht anfassen. Sie seien eben nur für die Vögelchen da. Der ein oder andere wird diesen Ausspruch sicher kennen. Und tatsächlich freuen sich viele Vögel über die Beeren, den die Eberesche trägt wie die Esche ihre leuchtenden roten Beeren bis tief in den Winter hinein und dient vielen Tieren als Nahrungsquelle.

 

Sie wachsen mal strauchig und mal als Baum. Leicht zu erkennen ist die Eberesche an ihren gefiederten Blättern mit 11 bis 19 Fiedern. Die schirmartig, krautigen Blütenständen mit weisen Blüten tragen ab Sommer die bekannten knallroten Beeren. Die Ernte der Früchte erfolgt normalerweise erst voll reif nach den ersten Frösten, den dann verliert sie ein wenig an Bitterkeit. Wer sie früher ernten möchte, sollte sie 1-3 Tage einfrieren oder in Essig einlegen. Die rohen Früchte sind nicht zum Verzehrt geeignet, den dann enthalten sie noch viel der Parasorbinsäure, welche Magenprobleme auslöst. Beim kochen wird sie in die allgemein bekömmliche Sorbinsäure umgewandelt. Die Beeren sind reich an Vitamin C und Provitamin A . Für alle, denen die herkömmliche Marmelade zu süß ist, ist die Vogelbeere eine wunderbare Alternative. Auch Säfte oder Sirup kann man aus den Beeren herstellen, die zudem bei Magenbeschwerden, Husten und Bronchitis unterstützend wirken können. (Einige Rezepte folgen am Ende)

Aber die Eberesche kann noch mehr als nur in der Küche glänzen…

Neben den Zweigen der Haselnuss gelten auch die Zweige der Eberesche als das beste Wünschelrutenholz. Das Holz hat eine schöne Maserung und eignet sich sehr gut für Drechslerarbeiten. Mit seiner schönen und eleganten Ausstrahlung werden genau wie vor 2000 Jahren auch heute noch Zauberstäbe aus ihm gefertigt. Gerne nutzte man es auch für Amulette, Talismane und Glücksbringer. Vielen Kulturen, unter andern den Kelten, war der Baum heilig. So umrahmten Ebereschen oft zum Schutz vor Zauber und Unheil die Orakelplätze oder Haine der Druiden. Man fand auch Zweige der Eberesche in Gräbern. Vielleicht auch hier wieder als Schutz gegen Unheil oder aber auch, damit der Tote sicher ins jenseitige Reich gelangen kann. Weit hielt sich der Glaube, wer ein Stück Eberesche bei sich trägt, könne sich niemals verirren. So nutzen auch Schiffsbauer die Kräfte und besonders der Bug wurde aus dem Holz erbaut. Man glaubte so gelangt man immer ans Ziel und die Mannschaft ist gut vor den Gefahren des Meeres geschützt. Die ans Ziel bringende Eigenschaft wird auch heute noch genutzt, den erstaunlich viele Einfassungen vom Kompassen sind aus dem Holz der Eberesche gefertigt.

Thors Begegnung…

Auch in der Edda (eine Sammlung von nordischen Götter- und Heldenliedern) wird über die Eberesche berichtet. Sie besagt, das sie dem Gewittergott Thor das leben rettete. Er stürzte bei der Jagt in einen Fluss und bekam, als ihm das Wasser bis zum Hals stand, einen Ebereschenzweig zu fassen. So konnte er sich aus dem reisende Strom retten. Noch heute ist der Baum in Norwegen unter den Namen Thorsbjörg (Thors Begegnung) bekannt. Anzunehmen ist auch, das aus dieser sage heraus in Deutschland die Eberesche zum Schutz vor Blitzen galt. Reife Früchte werden dazu in Kränzen gebunden oder Bündeln vor die Fenster oder auch an die Dächer gehängt.

Symbol des Wiedererwachen…

Schon seit jeher hat die Schönheit und Grazie der Eberesche inspiriert und so machten die alten keltischen Priester sie zum Baum des Lebens. Aus der Menge der roten Beeren zogen sie Rückschlusse über die Schneemenge: Viele Beeren deutete auf Frost und Schneereichtum hin. Sie steht aber auch für Fruchtbarkeit und ist im Frühjahr neben der Birke eine der ersten belaubten Baumarten und Symbol des Wiedererwachen der Natur nach dem totem Winter. Als Inbegriff der Fruchtbarkeit sollte sie zum Kindersegen verhelfen. Oft wurden Tiere in alten Zeiten mit Apfel, Haselnuss oder eben Ebereschenruten für eine gute Fruchtbarkeit auf den Rücken geschlagen. Die Kräfte des Baumes sollten sich so auf das Tier übertragen. Auch das Aufhängen von Zweigen mit weisen Bändern und Eierschalen zum Schutz an die Stalltür ist überliefert.

Keltisches Baumhoroskop…
01.04. – 10.04. und 04.10. – 13.10.

Eberesche geborene sind keine Egoisten, nehmen jedoch Angelegenheiten gerne selbst in die Hand.  Sie haben die Chance sich zu echten Lebenskünstlern zu entwickeln und oft gefällt ihnen ihr ständiges Auf und Ab in der Achterbahn ihres Lebens. Oft sind sie zwischen Abhängigkeiten und Unabhänigkeiten gefangen. Mit Menschen kann die Eberesche sehr gut umgehen und auch kritische Situationen gut meistern. In der Nachbarschaft  gilt sie als beliebt, umgänglich und pflegeleicht. Dank ihres Durchsetzungsvermögen und ihr strategisches und planerisches Denken, sind sie gute Organisatoren. Sie haben einen ausgeprägten Drang sich zu Bilden und besonders im künstlerischen Bereich kommt ihr guter Geschmack und ihr Einfühlungsvermögen zur Geltung. Sie sind steht´s um Harmonie und Gerechtigkeit bemüht und möchten am liebsten die Welt verbessern.

Ich selber bin in der Eberesche geboren und spüre eine Verbindung zu ihr. Die Eberesche ist für mich ein Sinnbild von Leichtigkeit und Stärke zu gleich. Auch wenn sie durch seine geringe Größe von maximal 10 bis 15 Metern eher unscheinbar wirkt, trifft man sie selbst noch auf 2400 Metern Hohe an. Oft fügt sich der Baum unauffällig in die Umgebung ein und stahlt doch mit seinen gefiederten Blättern eine gewisse Verspieltheit und Leichtigkeit aus. Wenn sacht der Wind durch die Äste streift, beginnt ein Spiel der Leichtigkeit. Und wenn dann im Sommer die roten Beeren weit über die Landschaft leuchten, spürt man, mit wie viel Kraft die Eberesche tief im Erdreich verankert ist. So leicht lässt sie sich mit ihren starken Wurzeln nicht aus ihrem festen Stand zwingen. So stellt sie für mich auch eine perfekte Balance zwischen den beiden Extremen Leicht und Stark her und ist Sinnbild für das Zielgerichtete und somit auch ein Baum der Ausrichtung, Konzentration und dem Fokus.

und nun noch wie versprochen ein Paar Rezepte…
Vogelbeer – Saft

Der Saft ist auch gleich eine Gute Grundlage für die Weiterverarbeitung zu Marmelade.

Wasche als erstes die Beeren und entferne sie von den Stielen. Wenn sie noch kein Frost abbekommen haben, für 1 – 3 Tage in die Kühltruhe legen. Damit verlieren sie etwas an Bitterkeit. Gib die Beeren in eine Topf und fülle ihn mit Wasser auf, bis die Beeren bedeckt sind. Koche die Beeren ca. 30 Minuten weich. Wenn die Beeren schrumpelig aussehen, sind sie weich genug. Gieße im Anschluss die Beeren durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb. Du kann dir auch mit Hilfe eines umgedrehten Stuhl auf dem Tisch und einen Holzlöffel ein Abtropfgestell bauen. So tropft der Saft in den Topf darunter. Sobald die Masse abgekühlt ist, kannst du sie im Tuch kneten und die beeren ausdrücken. Du kannst aber auch einen Entsafter verwenden. Der fertige Saft ist rot und schmeckt herb und leicht süß. Du kannst ihn jetzt direkt trinken oder aufkochen und abfüllen, zu Gele oder Marmelade weiter verarbeiten und haltbar machen.

Achtung es gibt stark bittere Wildbeeren oder aber auch etwas milderer Vogelbeeren. Koste am besten im Vorfeld. Die milderen eignen sich besser.

Einfache Vogelbeer – Marmelade

Die Vogelbeeren waschen, vom Stiel entfernen und wenn noch kein Frost abbekommen für 1 – 3 Tage in die Kühltruhe legen. Mit wenig Wasser weich kochen, durch ein Sieb geben und mit der gleichen Menge Zucker und einen Schuss Weißwein zu Mus einkochen. In Twist-Off Gläser füllen und auf dem Kopf gestellt abkühlen lassen. So dicht verschlossen sind die Gläser einige Monate haltbar.

Wer es etwas fruchtiger mag kann auch dies Probieren:

Apfel – Vogelbeer – Gele

verfahre wie oben beschrieben, aber koche die Beeren in Apfelsaft oder mit frischen Äpfeln auf. Du kannst auch hier den vorbereiteten Saft mit Apfelstücken zu Marmelade oder durch ein Sieb zu Gele kochen.

Ich verwende gerne Pektin mit Zitronensaft und braunen Zucker zum einkochen. Oft gehe ich nach Gefühl. Teilweise wird mein Aufstrich dann auch nicht ganz fest, aber ich mag es so sehr. Richte dich aber bei Fragen stehts an die Herstellerangaben auf der Packung. Natürlich kannst du deine Marmelade oder Gele auch mit herkömmlichen Gelierzucker einkochen. Für mich ist es meist so zu süß. Auch Honig kannst du zum Süßen benutzen. Fülle die fertige Masse wieder in Twist – Off Gläser, verschraube sie heiß und drehe sie um. So sind sie wieder einige Monate haltbar.

Probiere auch mit anderen Früchten. Gut eignen sich auch alternativ Orangensaft, Birnen, Erdbeeren mit Vanille, oder anderen Beeren. Lass deiner Phantasie einfach freien Lauf und ich wünsche viel Spaß beim ausprobieren.

 

 

 

 

 

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